Workshop-Dokumentation (Fachtagung 2012)

Fachtagung

Die zwei Workshop-Phasen, die am Vormittag und am Nachmittag stattfanden, boten unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine große thematische Auswahl. Einen Eindruck erhalten Sie darüber im Folgenden. Material zu einigen Workshops können Sie unten auf dieser Seite herunterladen!

 


 

Qualität verändern - Lernkultur gestalten

 

„Beim individualisierten Unterricht operieren Sie am offenen Herzen!“

 

Der Workshop von Dr. Sabine Schweder ermöglichte für die Teilnehmenden die Auseinandersetzung mit Strategien und Instrumenten zur kollegialen Ideenfindung, um darauf aufbauend Konzepte individualisierten Lernens Schritt für Schritt vorzubereiten und umzusetzen.

 

Hinter einem Konzept für individualisiertes Lernen steckt natürlich einiges an Arbeit. Um nichtdestotrotz voranzukommen und dieses Ziel anzugehen, ist es hilfreich nach einer strukturierenden Methode vorzugehen. Frau Dr. Schweder stellte eine solche Methode für die Entwicklung eines Konzeptes zu Individualisiertem Lernen vor, das zentrale Arbeitsschritte beinhaltet. Diese Schritte vollzogen die Workshop-Teilnehmenden in Gruppenarbeit praktisch nach.

 

Als Vorbereitungsschritt empfiehlt Frau Dr. Schweder, dass sich die Lehrkräfte zunächst fragen, was die Kinder brauchen und was sie mögen. In einem weiteren Schritt geht es an die Ideenfindung für ein adäquates Konzept, das sowohl für die Schule, für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrer passen sollte. Folgende Fragen, die später in einem Raster angeordnet werden, sollten auch von den Teilnehmenden anhand eines ganz konkreten Beispiels zu Individualisierten Lernen beantwortet werden: Was bringt es dem Kind? Was bringt es uns (Lehrer)? Was bringen wir mit? Was wollen wir?

 

Die Teilnehmenden setzten sich im Folgenden mit der Frage auseinander: Und welche Bildungs- und Erziehungsziele werden mit dieser Methode des Individualisierten Lernens verfolgt? Welche Lernergebnisse sollen erreicht werden? Welche Lerntätigkeiten sind damit verbunden? Welche Motive stecken hinter einer Methode des individualisierten Lernens?

 

Wichtig bei der Entwicklung eines passenden Konzeptes für Individuelles Lernen ist, dass während des gesamten Prozesses das Kollegium samt Schülerschaft als Team zusammenarbeitet. „Der Lehrer als Einzelkämpfer scheitert an den Ansprüchen des individualisierten Lernens, wenn er sich nicht vorbereitet und in einen Dialog tritt.“, ergänzt Frau Dr. Schweder Reinhard Kahl. Neben dem gemeinsamen Dialog ist wichtig, dass die gewählte Methode während der Anwendung permanent evaluiert wird.

 

Die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Sabine Schweder berät und untersucht Lehr- und Lernprozesse an allen Schularten. Schwerpunkte ihrer Fortbildungs- und Beratertätigkeit am Institut für Qualitätsentwicklung Schwerin sind Projektunterricht, individualisiertes Lernen und Medienbildung. Im Auftrag der DKJS ist sie an der Steuerung von bundesweiten Netzwerken für Ganztagsschulen beteiligt.

 


 

Transparente und kompetenzorientierte Bewertung

 

Zum Thema „Kompetenzentwicklung und -bewertung“ gab Kerstin Lüder den Teilnehmer/innen des Workshops zwei Instrumente an die Hand, mit denen sie Kompetenzen der Schüler/innen transparent und fair bewerten können: das Kompetenzraster und das Kompetenzpapier.

 

Nach einem kurzen Kennenlernspiel ging es für die Teilnehmer/innen darum, sich mit dem Begriff „Kompetenzen“ genauer auseinanderzusetzen. Dazu sollten sie reflektieren, welche Kompetenzen sie selbst für das gegenseitige Kennenlernen gebraucht hatten: Zum Bespiel Kontaktfreudigkeit, Kommunikationsfähigkeit und richtige Fragen stellen können. Dies wurde dann auf den Schüler übertragen und gefragt: Was kann ein Schüler, wenn er kommunizieren kann? Wann kann er es sehr ein bisschen, gut oder sehr gut? Und welche Fähigkeiten braucht er dazu?

 

Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, die Anforderungen an das „Können“ für die Schüler/innen transparent zu machen. Wenn beispielsweise eine Klassenarbeit ansteht, sollte die Klasse möglichst detailliert über den Aufbau der Arbeit, die Art der Fragen und die zu erreichenden Punktzahl informiert werden, damit sich die Schüler darauf einstellen können.

 

In kleinen Gruppen konnten sich die Teilnehmenden dann auch selbst an der Erstellung eines Transparenzpapiers versuchen. Die vielen praktischen Übungen gaben außerdem den Anreiz Teile des erworbenen Wissens gleich am nächsten Tag in der Schule anzuwenden.

 

Durch die lockere und angenehme Atmosphäre sowie die rege Beteiligung der Teilnehmer/innen an den Aufwärmspielen, Diskussionen und Fragerunden war es insgesamt ein gelungener Workshop.

 

Kerstin Lüder arbeitet als Fortbildungskoordinatorin im Schulamt Westthüringen. Sie wirkte als Referentin des Thüringer Institutes für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien in der Führungskräfteentwicklung, begleitet Schulentwicklungsprozesse und engagiert sich auf dem Gebiet der Demokratiepädagogik. Ihre thematischen Schwerpunkte sind außerdem die Wirksamkeit von Qualifizierungen, individualisierte und kompetenzorientierte Entwicklung der Lernprozesse sowie Inklusion.

 

(Material zum Workshop steht Ihnen unten auf dieser Seite zur Verfügung.)

 


 

Bildungsdokumentation in Schule –

ein Medium im Wandel in der Lernkultur

 

Dokumentation und im Besonderen der Begriff »Portfolio« gewinnt in der Schule spätestens seit dem Thüringer Bildungsplan zunehmend an Bedeutung. In dem Workshop ging es vor allem darum, die Dokumentationsmethode „Portfolio“ genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

Nach einem kurzen Abriss über die Entwicklung des Portfolios und einer theoretischen Unterfütterung ging es in einen regen Erfahrungsaustausch zwischen der kleinen Gruppe von Teilnehmenden und der Referentin Jeannette Mardicke. Auch sie erfuhr Neues über Ansätze in der Portfolio-Arbeit u.a. von Lehrerinnen der Jenaer Leonardoschule, wo das Portfolio längst praktische Anwendung findet.

 

Insgesamt gestaltete sich der Workshop als fruchtbarer Erfahrungsaustausch zwischen allen Anwesenden. Durch neue Ideen der Referentin bekamen die Teilnehmer/innen Impulse und Anregungen für die praktische Arbeit.

 

Jeannette Mardicke ist Diplom-Sozialpädagogin/ Theaterpädagogin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Den Übergang von der Kindestagesstätte zur Grundschule gemeinsam gestalten – Eine Thüringer Bestandsaufnahme“ an der Fachhochschule Erfurt, Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften.

 


 

Die gestaltete Lernumgebung - Ort der Inspiration und Motivation

 

Tina Pätzold konnte aus ihrer zehnjährigen Erfahrung ihrer praktischen Arbeit in der Schuleingangsphase heraus den Teilnehmern zeigen, wie sie an vielen praktischen Beispielen zur (Lern)Raumgestaltung, (Schul)Struktur und (Leistungs)Dokumentation ihre pädagogische Arbeit erweitern können. Ganz nach dem Motto: „Inspirieren, Motivieren, Einladen.“

 

Durch unzählige mitgebrachte Materialen, schaffte es Frau Pätzold die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu inspirieren, wie eine Unterrichtsstunde ablaufen kann. Sie zeigte beispielhaft, wie sie es schafft mit den Reaktionen der Kinder zu arbeiten. U.a. brachte sie selbstgebastelte Materialen von ihren Schülern mit, die deren Entwicklungsverläufe und Lernstand anschaulich abbildeten.

 

Tina Pätzold ist Lehrerin an der „Barfüßerschule“, Staatliche Grundschule, in Erfurt. U.a. hat sie als Beraterin für die Schuleingangsphase am Staatlichen Schulamt Erfurt ihre Erfahrungen und ihr Wissen an Kollegen und Kolleginnen weitergegeben.
 

 


 

Künstlerische Praxis in individuellen Lernsettings

 

Erfahrungen und ästhetische Strategien aus der künstlerischen Praxis können bei der Gestaltung von Lernsettings hilfreich sein. Dies zeigte die Künstlerin Susanne Stövhase im zweiteiligen Workshop zum Thema „Künstlerische Praxis in individualisierten Lernsettings“.

 

Im ersten Teil stellte sie anschaulich ein partizipatives Forschungsprojekt vor, das sie gemeinsam mit Studentinnen an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum durchführte. Zum Thema Asien sind Schülerinnen und Schüler durch die Stadt gependelt und haben Gesprächstermine mit Menschen asiatischer Herkunft organisiert und Interviews durchgeführt. Jede Gruppe arbeitete zu einem selbst gewählten Thema (z.B. Teeanbau in Asien). Gestalterisch wurden die gewonnenen Erkenntnisse auf einer großen gemeinsamen Landkarte des Kontinents Asien festgehalten.

 

Im zweiten Teil des Workshops war die Kreativität der Teilnehmenden gefragt. Anhand der Methode des „Speed Geeking“ wurden in Kleingruppen zunächst Themen für potentielle Projektideen gesammelt und anschließend deren Umsetzung und Bearbeitung schrittweise geplant. Alle Kleingruppen präsentierten am Ende die ersten Projektideen.

 

Beispielsweise wurde überlegt, wie die Themen Routinen und Gewohnheiten mit Schülerinnen und Schülern bearbeitet werden können. Als Ort der Bearbeitung wurde eine gewöhnliche Bushaltestelle gewählt. Eine Idee war, jeden Tag zur gleichen Uhrzeit ein Foto von einem Standort aus herzustellen. Auf diese Weise könnten die Teilnehmer Unterschiede bzw. Ähnlichkeiten zwischen einzelnen Tagen (z.B. Haltung und Empfinden der Wartenden) feststellen und im Anschluss auswerten.

 

Die Teilnehmenden konnten sich insgesamt mit dem ästhetischen Forschen als Lernmethode vertraut machen und diese selbst erproben. Sie erlebten diese Herangehensweise als Bereicherung u.a. im Kontext des individualisierten Lernens: Kinder aller Altersstufen (natürlich auch Erwachsene) erhalten die Möglichkeiten, selbst zu entscheiden, was sie erforschen und wie sie dies anschließend eigenständig präsentieren.

 

Susanne Stövhase lebt und arbeitet in Berlin. Sie absolvierte ihr Kunststudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und begann 1987 ihre internationale Ausstellungstätigkeit. Seit 2008 ist sie an unterschiedlichen Projekten im Kontext kultureller Bildung und an der Schnittstelle von Kunst und gesellschaftspolitischen Fragenstellungen beteiligt. Seit 2011 arbeitet sie in der Kontextschule des Instituts für Kunst im Kontext.

 


 

Lernen in heterogenen Gruppen – wie kann das gehen?

Lernbüro und Logbuch

 

Der Workshop zu den Themen Lernbüro, Logbuch und Lernen durch Herausforderung war etwas ganz besonders: Hier waren die Referenten nämlich Schüler/innen und eine Lehrerin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum! Tibor, Linda, Juri und Magdalena kamen mit ihrer Lehrerin und Lernbegleiterin Katrin Cunow aus Berlin angereist, um den Teilnehmern des Workshops von ihrer Arbeit an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum zu berichten.

 

Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Schule, schilderten die Schüler abwechselnd ihre Erfahrungen mit dem selbstorganisierten und individualisierten Lernen in den Fächern Deutsch, Englisch, Natur und Gesellschaft sowie Mathematik im Lernbüro. Nicht nur für die Lehrer, die als Coaches und Tutoren die Schüler dabei begleiten, sei es eine pädagogische Herausforderung. Auch die Schüler/innen müssen sich zum Beispiel bei dem Projekt Herausforderung Widerständen stellen – ihren eigenen und denen anderer -, wenn es nämlich darum geht, ein selbst gewähltes Projekt über drei Wochen durchzuführen.

 

Begleitend zu den Erzählungen zum Arbeitsinstrument Logbuch, hatten die Schüler/innen viel Material zur Ansicht im Gepäck.

 

Die Schüler und deren Vortrag kamen bei den Workshop-Teilnehmer/innen sehr gut an. So äußerten sie reges Interesse und erzeugten mit ihren wissbegierigen Nachfragen eine lebendige Diskussion. Einige Teilnehmer waren sogar so neugierig auf die Schule geworden, dass sie sich spontan für die bevorstehende Hospitation, die die SAG Thüringen ausrichtete, am 10. Dezember 2012 anmeldeten!

 

Katrin Cunow beendete 1989 das Diplomstudium für Deutsch / Geschichte und war seit diesem Zeitpunkt an verschiedenen Schulen im öffentlichen Dienst tätig. 2006 absolvierte sie ihre Ausbildung am Institut für ganzheitliches Lernen auf der Basis der Montessoripädagogik. Seit April 2012 ist Katrin Cunow als Lehrerin an der Evangelische Schule Berlin Zentrum tätig.

 


 

Schülerfirmen als individueller Lernort

 

„Da hätten wir ja selbst drauf kommen können!“

 

Schülerfirmen gehören an vielen Schulen bereits zum Alltag. Dabei sind die Chancen individueller Förderung in ihnen so groß, wie in wenigen anderen schulischen Projekten. In Schülerfirmen lernen und arbeiten Schüler/innen stärke- und interessensorientiert, vor allem aber mit einem hohen Maß an Selbstverantwortung.

 

Ausgehend von Basisinformationen zur Projektform, die zu Beginn von Norbert Bothe und Thomas Schöler vorgestellt wurden, entwickelte sich im Vormittagsworkshop ein reger Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden, die Schülerfirmen an ihrer Schule bereits etabliert haben. Am Nachmittag konnte die Schülerfirma ARTemis s-GmbH, die die Fachtagung fotografisch begleitete, aus ihrer Perspektive als Schülerinnen über die Rollenverteilung von Lehrer-Schüler in einer Schülerfirma berichten und davon, wie viel sie in Eigenregie machen können. ARTemis bietet einen Kunstverleih an, bei dem sie Kunstwerke aus der Schule aufbereiten und anschließend verleihen. Vor allem für die Lehrer/innen wurden durch ihren Bericht die Vorteile einer Schülerfirma deutlich.

 

Für eine Gruppe von Lehrerinnen, die überlegten das Format Schülerfirma auch in ihrer Schule einzuführen, war besonders der Ideenaustausch mit den anderen Teilnehmern erkenntnisreich: „Da hätten wir ja selbst drauf kommen können!“

 

Beispiele und Ideen der Teilnehmer/innen wurden anhand eines Projektprüfplanes für Schülerfirmen systematisch in Bezug auf die konkrete Umsetzung besprochen. Für Hilfestellung und Unterstützung (auch in Form von Materialen und formalen Dokumenten) rund ums Thema Schülerfirmen verwiesen die Referenten auch auf ihre Internetseite kobranet.de.

 

Insgesamt war die Ideensuche und der Austausch darüber sowohl im Workshop am Vormittag als auch am Nachmittag äußerst fruchtbar. So ein Teilnehmer: „Es war ein schöner, angenehmer Erfahrungsaustausch!“

 

Norbert Bothe ist seit 2001 Schülerfirmenberater in Brandenburg und ist aktiv bei der Umsetzung des Programms „SCHÜLER UNTERNEHMEN was!“ der DKJS. ER ist als Leiter der Servicestelle-Schülerfirmen beim Aufbau und der Etablierung als erstes Landesberatungs- und Unterstützungsportal in Deutschland beteiligt. Zudem ist er Länderkoordinator für das Programm „Wege finden – gestärkt erwachsen werden“.

 

Thomas Schöler ist Business-Coach und seit 2004 Schülerfirmenberater in Brandenburg. Auch er ist aktiv am Aufbau und der Etablierung der Servicestelle-Schülerfirmen beteiligt und bietet landesweite und programmunabhängige Beratung und Unterstützung brandenburgischer Schülerfirmen an.

 


 

Jugendliche beraten Jugendliche: Peer-Education

als ein Zugang zu individualisiertem Lernen

 

Peer-Education ist in Schulen eine relativ neue Form, nachhaltige Lern-Prozesse zu organisieren. Dabei geschieht „Lernen“ auf eine andere Art, die viel Potential beinhaltet. Und solches Potential ließ sich auch im Workshop von Rico Riedel erkennen: Nach einem theoretischen Input vom Referenten zum aktuellen Stand der „Peer-Education“ ging es für die Teilnehmenden vor allem darum, die Plattform des Workshops zu nutzen, um sich auch über das Thema „Peer“ hinaus über den Schulalltag auszutauschen.

 

Unter der Leitung von Riedel erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit im Grunde selbst auf „Peer“-Ebene miteinander zu arbeiten und sich Hilfe anzubieten: „Wir haben gemerkt, dass wir uns gut helfen können.“, meinte eine Teilnehmerin am Ende des Workshops. Für die Anwesenden konnte auf Basis des Workshops der Grundstein für eine zukünftige Zusammenarbeit gelegt werden: „Wir bleiben im Kontakt!“

 

Rico Riedel ist Diplom-Pädagoge aus Dresden. Er besitzt eine über 15-jährige Erfahrung im Bereich der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren Bildungseinrichtungen in ihren Veränderungs- und Entwicklungsprozessen.

 


 

Selbstorganisiertes Lernen

 

In ihrem Workshop veranschaulichte Ute Moritz, dass Lernen nicht immer die Antwort auf Lehren ist. Erst individuelle Ziele und Wege machen das Lernen für die Schülerinnen und Schüler zu einer persönlichen Angelegenheit. Denn durch selbstorganisiertes Lernen fühlen sich die unterschiedlichsten Schülerpersönlichkeiten mit ihrer eigenen Lernbiografie aufgehoben. Indem die Schülerinnen und Schüler ihre Pläne selbst schreiben, lernen sie, sich besser zu organisieren und ihre Arbeitsweise effektiver zu strukturieren.

 

Dass dies nicht nur Theorie bleiben muss, zeigte Frau Moritz anschaulich anhand des Werdeganges der Ganztagsschule „Johannes Gutenberg“ in Wolmirstedt, an der sie seit 2005 als Lehrerin arbeitete. Das Kollegium beschritt als Team gemeinsam den Weg hin zum selbstorganisierten Lernen mit Herausforderungen, Ängsten und Fehlern – dennoch absolvierten erfolgreich. Frau Moritz konnte den Workshop-Teilnehmenden Mut machen und ihnen beweisen: „Auch wir kochen nur mit Wasser.“

 

Seit 1983 ist Ute Moritz Lehrerin für Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. Seit nun mehr vier Jahren ist sie als abgeordnete Lehrerin in der Serviceagentur „Ganztätig lernen“ Sachsen-Anhalt tätig. Ihr Aufgabenbereich „praxisnahe Lehrerfortbildung“ umfasst die Themen „Im Team lehren und lernen“, „Selbstorganisiertes Lernen“ und „Aufbau von Lernwerkstätten an Ganztagsschulen“.

 


 

Individualisiertes Lernen kann gelingen

 

In ihrem Workshop gaben Monika Osburg, Liane Deckert, Kati Reinhardt und Birgit Sosynski Einblick in die Formen des individualisierten Lernens der Regelschule „Friedrich Schiller“ Erfurt. Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Schule, erläuterten die Referentinnen die theoretischen Grundlagen der Daltonplan-Pädagogik, um sich im letzten Teil des Workshops mit den Teilnehmenden in einer anregenden Gesprächsrunde zur Umsetzung dieser Pädagogik auszutauschen. Anregungen und Impulse erhielten die Teilnehmenden auch über diverse mitgebrachten Materialen, wie den von der Schule selbst entwickelten Daltonplaner. Betont haben die Referentinnen, dass jede Schule ganz individuell schauen muss, wie sie das Konzept Dalton an ihrer Schule gestalten und umsetzen kann.

 

Die Lehrerinnen der offenen Ganztagsschule „Friedrich Schiller“ in Erfurt Monika Osburg, Liane Deckert, Kati Reinhardt und Birgit Sosynski arbeiten seit vielen Jahren als Steuergruppe zusammen und sind somit maßgeblich am Schulentwicklungsprozess ihrer Schule beteiligt.

 


 

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