Mehr Chancengleichheit durch Ganztagsschule? StEG-Ergebnisse

Vortrag von PD Dr. Hans Peter Kuhn, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), am 12. Januar 2010 zur Ringvorlesung „Ganztagsschule und Demokratiepädagogik“ an der FSU Jena

 

 

Die Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem ist eine Illusion. So haben international vergleichende Schulleistungsstudien wie z.B. PISA gezeigt, dass der schulische Erfolg in kaum einem anderen Land so stark von der sozialen Herkunft oder der ethnischen Zugehörigkeit abhängt wie in Deutschland. In diesem Zusammenhang wurde die Ganztagsschule als wichtiges Instrument wieder entdeckt, es wurden zahlreiche Unterstützungsprogramme (z.B. IZBB) ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Zahl der Ganztagsschulen substanziell zu erhöhen und die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern.
 

Die Erwartungen an die Ganztagsschule sind hoch. Neben der Förderung von schulischer Motivation und kognitivem Kompetenzerwerb sollen vor allem soziale Benachteiligungen kompensiert und damit Bildungsungleichheiten abgebaut werden.

 

Der Vortrag stellt zunächst die Situation der Bildungsungleichheit in Deutschland auf der Grundlage empirischer Studien und amtlicher Statistiken dar. Im Anschluss daran werden Theorien und Konzepte vorgestellt, die diese sozialen Disparitäten beschreiben und erklären. Zuletzt werden aktuelle empirische Befunde aus StEG (Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen) zu den kompensatorischen Wirkungen der Ganztagsschule auf bildungsbenachteiligte Gruppen präsentiert und diskutiert.


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