"Ganztägig Bilden. Ideen für mehr" - Bundeskongress 2015

(c) E.A. Jung-Wolff / DKJS
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Jena, 18.09.2015. Seit elf Jahren nehmen Thüringer Ganztagsschulen am Programm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ teil, um die Qualität ihres Ganztags zu entwickeln oder auszubauen. Zum Abschluss des Bundesprogramms kommen sie nun mit Vertretern aus Wissenschaft,
Bildungsverwaltung und anderen Schulen in Berlin zusammen: Beim Kongress des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) diskutierten sie am 17. und 18.September, was das Programm bewirkt hat und wie eine Fortsetzung in Thüringen und den anderen Ländern aussehen könnte.
Seit dem Start des Ganztagsschulprogramms im Jahr 2004 hat sich in Thüringen viel getan: Mittlerweile arbeiten 77% aller allgemeinbildenden Schulen ganztägig. 2000 Pädagogen haben an den Fortbildungen der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Thüringen teilgenommen. Es gibt viele gute Beispiele, wie Ganztagsschulen die zusätzlichen Möglichkeiten des Ganztags nutzen, um Kinder und Jugendliche zu fördern.

Gute Beispiele aus Thüringen brachte die Jenaplan-Schule Jena mit nach Berlin. Sie hat auf dem Kongress am Ausstellungsstand der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Thüringen ihre Arbeit vorgestellt. Bereits mit der Gründung der Jenaplan-Schule Jena im Jahr 1991 gab es die Überlegung, Schule nicht am Mittag bzw. am frühen Nachmittag enden zu lassen. Neben der Aufgabe der 45-Minuten-Taktung war der Projektgedanke im Unterricht grundlegendes Entwicklungsprinzip. So gibt es heute Lernfelder, die weit über den herkömmlichen Unterricht hinausragen, z.B. das Fach „Verantwortung“, die Projektwochen und ein breites AG-Angebot über den gesamten Tag verteilt. Das Ganztagskonzept der Jenaplan-Schule wird vor allem durch die Mitwirkung von Institutionen, Vereinen, aber auch durch die Unterstützung von Eltern realisiert. Die Förderung des Programms „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ durch das BMBF läuft noch bis Ende dieses Jahres. Beim Kongress in Berlin ging es daher nicht nur um Rückblick und Bilanz, sondern auch um eine Fortsetzung der Zusammenarbeit auf Länderebene – mit einem bundesweiten Programmdach und den Serviceagenturen vor Ort. Denn trotz aller Erfolge gibt es noch viel zu tun, um die Qualität an Ganztagsschulen flächendeckend weiterzuentwickeln. Gefragt ist ein neues Verständnis von Bildung, Lernen und Lehren, damit Jugendliche wieder Erfolge erleben und die Freude am Lernen zurückgewinnen.
Nähere Informationen zum Kongress finden Sie unter: www.ganztaegig-lernen.de . Die Staatliche Jenaplan-Schule Jena steht interessierten Journalisten für Rückfragen und einen Schulbesuch gerne zur Verfügung.